Kein Ort für Dresdner?

Samstag, 10. Juli 2010

von Johannes Hellmich

Die Stadtverwaltung probte kürzlich Demokratie im Internet. Sie stellte in einem Diskussionsportal zumindest jenen Dresdnern, die online sind, etwa einen Monat lang die mehrdeutige Frage, wie der Neumarkt ein Platz für die Dresdner werden könnte. Erwartungsgemäß wurden Zugriffszahlen und Beiträge anschließend als Erfolg gewertet.

Die Kampagne der Stadt für mehr Bürgerbeteiligung, die wir seit einiger Zeit erleben, ist der aussichtslose Versuch, zerstörtes Vertrauen zwischen Bürgerschaft und Regierenden wiederherzustellen. Einem Neuanfang aber muss Auseinandersetzung mit Unbewältigtem vorausgehen. Die ernsthafte Bereitschaft der Verantwortlichen zum ergebnisoffenen Dialog ist bisher nirgendwo zu erkennen. Ohne die Aufarbeitung der Konflikte, die in der jüngsten Vergangenheit zur tiefen Spaltung der Stadt geführt haben, bleibt das Mitgestaltungsangebot virtuelle Ergänzung der Schild gewordenen Beschwörung am Rathaus „Hier bestimmen Sie!“.

Es ist nicht so, als hätte es gerade bei der Rekonstruktion des Neumarktes an hochfliegenden Plänen, Bürgerinitiative und Kontroversen um die Gestaltungssatzung gemangelt. Man könnte meinen: Immerhin, nach vielen Jahren schwerer Auseinandersetzungen um den Neumarkt zwischen Traditionalisten, Architekten, Politik und Investoren mit Resonanz weit über Dresden hinaus, fragt nun die Stadt am Ende der dritten Zerstörung Gesamt-Dresdens ihre Bürger um Rat.

Die Moderation des Forums machte allerdings schnell klar: Der Neumarkt soll nicht zum Dresdner Wohlfühlort werden durch veränderte architektonische Gestaltung der verbliebenen noch unbebauten Quartiere, sondern durch Sinngebung und Nutzung des Areals. Ob sich die Eigner und Bauherren mit Blick auf die Grundstückspreise an den Ergebnissen der Dresdner Debatte orientieren werden, ist fraglich. Aber die Ausrichtung der Debatte selbst zeigt weltfremde Unsicherheit und Desorientierung: Offenbar erfüllt der Neumarkt sein Versprechen, das Herz Dresdens zu sein, bisher nicht. Nun sucht städtische Planungs- und Gestaltungskompetenz nach Postplatz, Wiener Platz, Altmarkt, Prager Straße und Waldschlösschenareal das Heil in der Laienmitwirkung, als hätte das jemals die Probleme vereinfacht. Warum sollte ausgerechnet der Neumarkt das Interesse der Dresdner (welcher?) wecken, der den einen als missglückter Fluchtversuch in die goldene Canaletto-Vergangenheit gilt und den anderen als Zeugnis des rücksichtslosen Umgangs mit historischer Bausubstanz (Tiefgaragen, Keller)? Die Sorge der Foruminitiatoren, der Neumarkt könnte nicht zum belebtesten Areal der Stadt werden, ist noch aus einem anderen Grund unehrlich. Dass der Zweck des Neumarktes zuerst touristischer Natur ist, belegen die zunehmenden Versuche städtischen Marketings, Dresden als „Marke“ zu etablieren. Der Neumarkt würde also im besten Fall „auch“ ein Platz für Dresdner werden.

Selbst die fortschreitende soziale Segregation dieser Stadt wird weder die Dienstleistungsstruktur des Neumarktes aufhalten, noch das Verhältnis von Wohnraum und Hotels. Daneben führt Orosz die Dresdner gewohnt naiv in eine in Fachkreisen schon lange laufende, hochkomplexe Diskussion um Identität und Authentizität. Die Fronten sind verhärtet, die Ergebnisse am Neumarkt an vielen Stellen unbefriedigend. Versuchte Rekonstruktion der Vergangenheit und die damit verbundene Verweigerung eigener Identitätsfindung war für die Befürworter des historischen Neumarktes einzige Alternative angesichts zu erwartender postmoderner Ödnis, wie sie überall sonst in der Stadt anzutreffen ist. Die nun dennoch eingetretene Ortlosigkeit ist Resultat einer Wahl zwischen geschichtslos oder gesichtslos der beiden Architekturansätze.

Die Teilnehmer der Dresdner Debatte haben oft instinktiv verstanden, dass gutmeinende Verbesserungsvorschläge die schwierige Gemengelage gerade am Neumarkt kaum klären oder bereits Verfehltes rückgängig machen können. Meist beschränkten sie sich deshalb auf den vorhersehbaren Wunsch nach ein bisschen mehr Grün (sprich Orosz’ Geranienkübel), Wasserspiele und (irgendwann schattige) Sitzgelegenheiten.

Es ist wahrscheinlich, dass der digitale Kummerkasten der Stadt das Schicksal seiner analogen Vorgänger teilt: Als sichtbares Zeichen eines Aufbruchrituals von oben sind sie schnell vergessen. Das Betriebsklima können sie ohnehin nie verbessern, weil ernstgemeinte Vorschläge der Anfangseuphorie seit je als nicht ausführbar gelten.

„Memento moriendum esse!“

Die Dresdner Scheindebatte macht wider Willen deutlich: Es ist unmöglich geworden, dem Bürger der Großstadt durch bauliche Raumgestaltung verlorene Identität zurückzugeben oder gar neu zu schaffen. Das betrifft jeden beliebigen Platz in Dresden. Stadtentwicklung wurde zur Spielwiese der Politik. Sie war antithetisch und auf vermeintliche Bausünden des vorangegangenen Systems fixiert. Entwicklung und Bewahrung gerieten zur Landnahme. Nun ist sie an ihr Ende gekommen. Mit kontrollierten Demokratieübungen soll der Dresdner Bürger im Scheitern zum Komplizen gemacht werden. Ironie der Hinwendung zum sächsischen Barock: Das Memento mori war eine der wesentlichen Bezugspunkte barocker Gestaltungskraft.

Weite und Unbegrenztheit des Elbtales galten bisher als zuverlässiges Korrektiv. Sie konnten selbst architektonische Ausweglosigkeit mildern. Mit dem Verkehrszug Waldschlösschenbrücke ist auch dieser Ausweg versperrt. Die Freiheit des Offenen geht mit dem Einschwimmen des mittleren Brückenteils zu Ende. Hier wird der Schlussstein einer langjährigen verfehlten Stadtplanung gesetzt. Mit der Aufgabe räumlicher Freiheit gibt eine auf Fernsehtauglichkeit reduzierte Stadt auch die Möglichkeit von Identitätsstiftung auf, die an Dresdens Orten so verzweifelt gesucht wird. Die Dresdner haben jene ureigenste Freiheit der Entwicklung, die mancher meinte erfolgreich gegen die Unesco verteidigt zu haben, trotz Dresdner Debatte längst verloren. Eine verhasste Welterbebewegung war sich dieses Verlustes bewusst. Sie ist darum eine Freiheitsbewegung. Ohne die Möglichkeit urbaner Freiheit aber bleibt ein Ort wie der Neumarkt ortlos. Wenn Dresden die Summe von Nichtorten ist, dann hat Dresden als Stadt aufgehört zu existieren.

Verantwortlich für das Ende städtischer Freiheit in Dresden ist die CDU in Stadt und Land.

Das vergiss nicht.

Dieser Artikel wurde zuletzt am 21.10.2012 aktualisiert.
Sie können den Artikel als .pdf-Datei speichern ...
Gern können Sie auch diesen Artikel weiterempfehlen ...

Kommentare abonnieren

10 Kommentare zu diesem Artikel

  1. Natürlich hat Dresden ein Herz, das ist aber nicht der Neumarkt (den wir getrost den Touristen überlassen können) sondern die Äußere Neustadt.

    … schrieb Shelog am Sonntag, dem 11.07.2010, um 10:25 Uhr.

  2. Dass die sogenannte Dresdner Debatte nur eine Schein-Debatte oder besser Alibi-Debatte ist, kommt mir auch so vor.
    Warum sonst beschließt der Stadtrat, wie es mit dem Neumarkt weitergeht, bevor die Debatte überhaupt eröffnet wurde? Das Ergebnis der Debatte als Bestätigung für die Volksverbundenheit der CDU?
    Nicht dass ich was gegen das Ergebnis des Stadtratsbeschlusses hätte, nur halte ich es für Heuchelei, dass wir das ausgerechnet der CDU zu verdanken haben. Zuviel haben Beschlüsse der CDU in Dresden schon versaut!

    … schrieb Silvia am Sonntag, dem 11.07.2010, um 19:01 Uhr.

  3. Hi,

    1. du hast Recht das ganze war nur eine Scheindebatte und alle weiteren Debatten werden genauso. Besonders Lustig ist 20 Jahre nach der Wende sind die meisten freien Flächen im Zentrum bebaut worden und JETZT ERST startet die Stadtregierung eine öffentliche Debatte nachdem Prager, Wiener, Postplatz und Altmarkt schon versaut worden mit billigen Profit/Konsum Bauten (Altmarkt Galerie, Altmarkt Nord, Wiener Platz[ALLES]) und natürlich Prager Straße Süd mit neuer Centrum Gallerie und Karstadt Klotz. Und JETZT fragt die Stadtregierung die Bürger wie sie ihre Stadt gerne hätten.
    2. Du hast in deinem Text so geklungen als hättest du Dresden schon aufgegebn. BITTE BITTE nicht. dresden ist schön nicht nur durch seine Bauten sondern auch durch seine Menschen und seine Umgebung. natürlich ich bin auch der Meinung nach der Wende fand die 3te Bombardierung Dresdens statt nur war es diesmal ein Bombardement des Kapitals aber wir wollen ja alle in diesem Kapitalismus leben (siehe letzt Wahl in NRW 30% für SPD[Hartz4] und 30% für CDU[Milliarden für BAnken und nix fürs Volk...ach doch nen Erhöhung der gesetzlichen Krankenkassenbeiträge]), nicht das ich so wählen würde :-)
    Falls du mal wieder ein Stück schönes dresden sehen willst geh durch die Neustadt oder lauf zwischen Bluen wunder und Pillnitz an der Elbe entlang sowas findet man nicht überall.

    Grüße vom Dresdner
    Christian

    … schrieb Christian Albert am Dienstag, dem 13.07.2010, um 17:59 Uhr.

  4. Ich glaube nicht, dass die Dresdener Stadtverwaltung so einfach über die Beiträge der Bürger bei der Debatte hinweggehen kann.

    Eine Klatsche erster Sorte sind die Bürgerbeiträge allerdings für die sogenannte “Gestaltungskommission”. Sie hat gezeigt bekommen, dass sie in den letzten Jahren absolut entgegen den Bürgerwünschen agiert hat.

    Ob der Neumarkt ein Ort für die Dresdner wird, entscheidet sich, ob man nun Infrastruktur für die Dresdener baut – bezahlbare Wohnungen, Einkaufsmöglichkeiten, Studentenwohnmöglichkeiten.
    Die Gesellschaft Historischer Neumarkt macht hier einen interessanten Anfang mit den Studentenwohnungen in der Rampischen Straße – in einer Haus mit anspruchsvoller Architektur.
    Möge es viele Nachahmer finden

    … schrieb Klaus Peterson am Dienstag, dem 13.07.2010, um 18:03 Uhr.

  5. Die Waldschlößchenbrücke in jede Dresden-Diskussion einzubeziehen nervt. Die Messen sind gelesen, und über Geschmack lässt sich streiten, oder eben auch nicht. Warum sollen das Blaues WUnder und fünf andere Brücken das ehemalige Welterbegebiet bereichern, wenigstens aber nicht stören, eine siebente hingegen soll es gar “zerstören”?

    Übrigens: das historische Herz der Stadt ist immer noch der Altmarkt, das wirkliche Leben spielt sich in der Neustadt ab und der Neumarkt fungiert bestenfalls als Bypass für Touristen.

    … schrieb Ramgeis am Dienstag, dem 13.07.2010, um 22:41 Uhr.

  6. Ich kann dieses Gejammer nicht mehr hören. Das ist schlecht und dieses erst recht. Und dann ist da ja noch die Waldschlösschenbrücke die man auch mal wieder richtig durch den Dreck ziehen kann.
    Also ehrlich, das ist nicht sehr produktiv. Es sind Fehler bei der Stadtplanung gemacht worden, das steht außer Frage, aber Dresden als eine Stadt von Nichtorten zu bezeichnen, ist doch völliger Blödsinn. Statt sich immer über alles aufzuregen sollte man sich auch mal über das geschaffte freuen, denn seit 1990 ist auch sehr viel Positives in unserer Stadt passiert! Dazu gehört auch der Neumarkt, mit dem sehr beispielhaften Einsatz der Gesellschaft Historischer Neumarkt. Und das der seit 60 Jahren unbebaute Platz ein paar Startschwierigkeiten hat, ist doch nun wirklich nichts Ungewöhnliches. Ich hoffe das es in Zukunft noch mehr Dresdner Debatten über aktuelle Themen geben wird, denn es gibt noch vieles zutun. Und ich bin sehr zuversichtlich das auch die Dresdner von unserer Stadtverwaltung ernst genommen werden. Also denk Positiv, unser Stadt ist schön!

    … schrieb Tobias A. am Freitag, dem 16.07.2010, um 23:05 Uhr.

  7. Die Fehler bei der Stadtplanung sind aber u.a. deswegen gemacht worden, weil man den Einfluss der Dresdner gezielt ausgeschaltet hat.

    Z.B. berichtete Dr. Hertzig, dass die GHND häufig nicht an Ausschussitzungen des Stadtrates teilnehmen kann, weil die , warum auch immer, nicht öffentlich angesetzt werden. Warum ist in der Gestaltungskommission für den Neumarkt nur ein einziger Vertreter für den historischen Wiederaufbau und alle anderen für Brüche zur Historie mittels Moderne?

    Warum wurden weder der BE für den Historischen Neumarkt noch der für den Elbtunnel zugelassen?

    Warum verhinderten Politiker Satzungen, die regeln, welche Bedingungen an den Wiederaufbau des Neumarkts zu stellen sind, damit die Passfähigkeit zur Frauenkirche und den Leitbauten sichergestellt wird?

    Warum enthielt die 1999 beschlossene Satzung zum Schutz des Preussischen Viertels nicht mehr den Passus aus dem Entwurf von 1997, mit dem man den Bereich der Waldschlösschenwiesen unterhalb des Wadschlösschenpavillions konsequent freihalten wollte?

    Warum wurde der BE für die Erhaltung des Kulturpalastes als Stadthalle und damit des Multifunktionssaals mit Kipp-Parkett nicht zugelassen? Wozu hat sich vorher die überwiegende Anzahl Teilnehmer der Einwohnerversammlung im Kulturpalst gegen den Umbau und nur für die Sanierung mit akustischen Verbesserungen ausgesprochen mit durchaus fundierten Argumenten, wenn das nacher von den Abgeordneten in den Skat gedrückt wird?

    Sicher gibt es einzelne Abgeordnete, die die Anliegen der Bürger ernst nehmen. Aber die Stadt als solche liefert mit ihrem Wissensvorsprung Vorlagen, die die Anliegen kulturbewusster Bürger ad absurdum führen sollen – z. B. dass die Kosten der Sanierung des Kulturpalastes höher sein sollen als die Kosten für den Umbau, obwohl es für den Umbau keine wirkliche Planungsgrundlage gibt, die man mit den bisherigen Sanierungsplanungen vergleichen könnte.

    Die Operette rottet vor sich hin, während die Stadt immer wieder unrealistische Bedingungen für einen Operettenneubau in der Innenstadt liefert und damit einen Neubau schon über viele Jahre hinausgezögert hat. Ich weiß nicht, wie man sich als Bürger unter solchen Bedingungen ernstgenommen fühlen soll.

    … schrieb Silvia am Samstag, dem 17.07.2010, um 12:13 Uhr.

  8. Nach meinem Empfinden rhetorisch gut geführte, aber durchsichtig
    politisch ausgerichtete Ratlosigkeit.
    Klar, wenn man es so sehen will, kann man es so sehen.
    Die Spaltung der Dresdner Bürgerschaft wird beschrieben und betrieben.
    Mit “Dritte Zerstörung Dresdens” kann man zeigen, dass man selbst alles
    richtig gemacht hätte, hätte man nur gekonnt.
    Aber mir fehlt das Konkrete. Hier ist nur Stimmung, Klage.
    Das Ende städtischer Freiheit und der Freiheit des Offenen mit dem
    Einschwimmen des mMittelteils der Brücke! Ach du lieber Schreck.
    Wie funktioniert denn Demokratie? Nur, wenn sie dem jeweiligen Wunsch
    genehme Ergebnisse bringt?
    Wer sollte denn am Neumarkt bauen, und wie?
    Eigene Identitätsfindung? Tut mir leid, wie soll das aussehen für eine
    Stadtbürgerschaft? Die einen identifizieren sich mit dem, was vorhanden
    ist und entsteht, die anderen nicht. Da sind wir wieder bei dem
    Demokratieproblem.
    Es ist auch ein Akzeptanzproblem.
    Können Sie sich noch an die Diskussionen vor dem wWiederaufbau der
    Frauenkirche erinnern? Was ist aus den Gegnern geworden?
    Das betrifft alle Bereiche, Bauen in der Stadt, Brücken, und alles.
    Immer werden die einen dafür sein, die anderen dagegen Sturm laufen. und
    nicht alles wird so gelingen, wie es gedacht war.
    Wer soll denn festlegen, wie was gemacht wird?
    Die einen, die genau wissen, was zu tun ist, oder die anderen, die es
    genauso genau wissen?
    So kann die Stadtregierung, welcher Coleur auch immer, nichts ändern an
    dem Motto: wie mans macht, macht mans falsch.

    Natürlich ist der Neumarkt ein Ort für Dresdner, vielleicht nicht für
    solche, die alles bemäkeln, aber die andern sind deswegen auch keine
    schlechteren Menschen.

    Zum Schluss werden wir nochmal aufgefordert, nicht zu vergessen, dass
    alles Böse von der bösen CDU kommt.
    Ach je.

    … schrieb christian friedrich am Samstag, dem 17.07.2010, um 18:52 Uhr.

  9. Die Frage, wie wird der Neumarkt ein Platz für Dresdner, würden sich die Venezianer zum Markusplatz nie stellen. In Venedig ist allen klar, dass dort vor allem Touristen flanieren. Und die Veneziander leben zum großen Teil davon. Also, wo ist das Problem? Auch in Dresden leben viele Arbeitnehmer und Unternehmer von Touristen. Und die Touristen kommen, weil Dresden inzwischen schon wieder sehr schön geworden ist, schöner als viele andere Städte im alten Bundesgebiet. Dann kann doch nicht alles falsch gemacht worden sein. Es empfiehlt sich der Film “Was bleibt?” von Balance-Film Dresden. Dieser Film relativiert so manche Sicht bezüglich Stadtentwicklung. Aber natürlich ist der geplante Umbau des Kulturpalastes eine Sünde. Der Kulturpalast ist die Stadthalle von Dresden und sollte sie bleiben. Dafür lohnt es zu kämpfen.

    … schrieb B. Kramer am Montag, dem 02.08.2010, um 21:10 Uhr.

  10. Was spricht eigentlich dagegen, den Dresdner Neumarkt, sehr genau an der bis 1945 vorhandenen Bebauung orientiert, wieder erstehen zu lassen?
    Natürlich ist es billiger, ein gesichtsloses Haus statt eines den
    alten Vorbildern angelehntes auf den Neumarkt zu setzen.
    Man hätte ja auch statt Bährs “Steinerne Glocke” wieder zu errichten, ein gesichtsloses Stahl- und Betonmonstrum hinstellen können.
    Nun, da Dresden sich glücklich schätzt, mit dem Bau der Frauenkirche eine seiner größten Wunden geheilt zu wissen, sollte man um dieses “Wunder von Dresden”, keine gesichtslosen Betonklötze stellen – dafür gibt es an anderer Stelle und andernorts genügend Baugrund!
    Menschen kommen aus aller Welt um die Historie dieser Stadt, Ihre einzigartigen Kunstschätze und ihre Kultur zu erleben und bewundern, die es so und in dieser Vielfalt, eben nur in dieser Stadt gibt.
    Ich wünsche dieser einmaligen Stadt und Ihren Bürgern für die Zukunft alles Gute!

    … schrieb Ulrich Ehnert am Freitag, dem 14.01.2011, um 06:43 Uhr.