Marcolinis Waldschlößchen – Staffageobjekt in einer landschaftlichen Szenerie

Montag, 5. Juli 2010

ein Beitrag von
Dresdens Erben

Das Geheimnis ist gelüftet. Wir wissen jetzt, wer der Käufer ist, der vor nunmehr einem Jahr das Waldschlößchen erworben hat. Auf einer Veranstaltung mit dem Titel „Es gibt eine Zukunft für das Waldschlößchen“ am 9. Juni 2010 hat er sich vorgestellt: der Psychologe Klaus Dilcher, Geschäftsführer der Klinik am Waldschlößchen.

Was das Publikum an jenem warmen Juni-Abend aus seinem Munde erfahren konnte, stimmt hoffnungsvoll. Gemeinsam mit dem Architekten Jörg Möser (Architektengemeinschaft Milde+Möser) strebt er eine Nutzung an, die der noch weitgehend originalen Struktur des Bauwerks angemessen ist. Doch bevor die Pläne zur Ausführungsreife gebracht werden, sollen noch Baubefunde ausgewertet und Bauakten befragt werden. Schon jetzt zeichnen sich interessante neue Erkenntnisse ab. So homogen das kleine Bauwerk auf den ersten Blick auch wirkt, es ist nicht in einem Zuge errichtet worden. Wahrscheinlich hat es drei Baustufen gegeben. Zudem scheint das Gebäude erst nach dem Tode Johann Daniel Schade errichtet worden zu sein, von dem man bisher annahm, dass er der Baumeister gewesen ist.

Kurz, man darf gespannt sein, was die Untersuchungen noch zu Tage fördern. Auf jeden Fall zieht das von seinem Erbauer als „maison gothique“ konzipierte Bauwerk wieder einige Aufmerksamkeit auf sich. Es weckt die Erinnerung an ein raumgreifendes Gesamtprojekt, das Camillo Graf Marcolini in landschaftlich ausgezeichneter Lage umzusetzen suchte. Zu diesem Thema – „Marcolinis Waldschlößchen – Staffageobjekt in einer landschaftlichen Szenerie“ (.pdf-Datei, 63 kB) – sprach an dem Abend die Architekturhistorikerin Heidrun Laudel.

Dieser Artikel wurde zuletzt am 30.12.2010 aktualisiert.
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Ein Kommentar zu diesem Artikel

  1. Ich nutzte die Gelegenheit an besagtem Abend das Waldschlösschen zu besichtigen und die Vorträge zu verfolgen.

    Auch mich stimmte es hoffnungsvoll, was die Redner des Abends verkündeten. Das wird dem baulichen Zustand des Waldschlösschens nach zu urteilen wohl auch höchste Zeit, dass es endlich saniert wird.

    Traurig machen jedoch 2 Punkte:
    Erstens – von dem einst sicherlich herrlichen Blick vom Balkon auf die Altstadt ist so gut wie nichts übrig geblieben.
    Und was zweitens noch viel schlimmer ist, es wurde an dem Abend berichtet, dass der schon recht steile Sandberg, auf dem das Waldschlösschen steht, zwecks Erweiterung der Radeberger Straße angebaggert werden soll! Ob die dazu notwendigen Maßnahmen und Erschütterungen vom Waldschlösschen verkraftet werden können? Oder soll dieses einmalige Denkmal tatsächlich dem Verkehrszug WSB geopfert werden?

    … schrieb Silvia am Sonntag, dem 25.07.2010, um 15:42 Uhr.