Erhalt hier, Kahlschlag dort

Samstag, 21. August 2010

von Eduard Zetera

Die gute Nachricht zuerst:

Der Abriss der Gründerzeithäuser in der Friedrichstadt scheint vorerst abgewendet: Am 12.08.2010 ließ der Dresdner Stadtrat den grünen Eilantrag, den Abriss der Häuser Schweriner Straße 63 und Roßthaler Straße 1 und 2 aufzuschieben, zu und überwies ihn beschließend in den Bauausschuss. Am 18.08.2010 stimmte der Bauausschuss einstimmig (!) dem Abrissaufschub und der erneuten Aufnahme von Gesprächen mit dem damaligen Investor sowie Friedrichstädter Initiativen zu.

Ein Hoffnungsschimmer.

Nun die schlechte Nachricht:

Am Montag behandelte der Ausschuss für Wissenschaft und Kunst im Sächsischen Landtag den Antrag der Fraktion die Linke: „Denkmalschutz retten – geplante Novellierung des Sächsischen Denkmalschutzgesetzes unverzüglich stoppen!“. Der Antrag wurde mit den Stimmen von CDU und FDP (11 von 19 Stimmen) abgelehnt.

Bemerkenswert ist, dass Aline Fiedler (Kulturpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion) darauf verwies, dass es doch die CDU war, die Denkmalschutz als Staatsziel formuliert hat. Sie betonte in der Ausschusssitzung, der Denkmalschutz habe für ihre Fraktion nach wie vor eine enorme Bedeutung. Was Bedeutung in diesem Zusammenhang heißt, ließ sie jedoch offen. Die bereits geäußerte Befürchtung, dass es mit der Verhandlungsbereitschaft des Innenministeriums in dieser Angelegenheit nicht weit her ist, scheint gerechtfertigt.

Von Hoffnung also kein Schimmer.

Anmerkung: Die bündnisgrüne Landtagsfraktion geht davon aus, dass der Landtag die Gesetzesnovelle beschließen wird und hat daher einen eigenen Antrag mit dem Titel „Sachsens kulturelles Erbe erhalten – Denkmalschutz stärken“ eingereicht.

Dieser Artikel wurde zuletzt am 30.12.2010 aktualisiert.
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