Sachsens Denkmalschutz auf der Kippe?

Mittwoch, 13. Oktober 2010

Die bündnisgrüne Landtagsfraktion lädt zu einer Podiumsdiskussion unter dem Motto „Sachsens Denkmalschutz auf der Kippe?“ am Donnerstag, dem 21.10.2010, um 19:00 Uhr in das Kleine Haus (Glacisstraße 28) ein.

Es diskutieren:

  • Percy Rooks,
    Abteilungsleiter Stadtentwicklung, Bau- und Wohnungswesen im Sächsischen Staatsministerium des Innern
  • Prof. Dr. Gerhard Glaser,
    Sächsischer Landeskonservator i.R.
  • Dr. Hans-Joachim Jäger,
    Vorstand des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz
  • Prof. Dr. Valentin Hammerschmidt,
    Professur für Architekturgeschichte und Denkmalpflege HTW Dresden, Vorsitzender des Arbeitskreises Theorie und Lehre der Denkmalpflege e.V.
  • Dipl.-Ing. Frank Pastille,
    „Denkmal-Doktor“, Denkmalseigentümer und Immoblienunternehmer

Die Moderation übernimmt Dr. Karl-Heinz Gerstenberg, kulturpolitischer Sprecher der bündnisgrünen Landtagsfraktion.

Sachsen kann eine reiche und vielfältige Denkmallandschaft vorweisen, die im In- und Ausland Bewunderung hervorruft und so eine starke Anziehungskraft auf Touristen aller Länder ausübt. Doch nicht nur nach außen wirkt der umfangreiche Bestand an Kulturdenkmälern. Diese Denkmäler stiften Identität. Sie machen einen Großteil unseres kulturellen Erbes aus, sind mithin unser gebautes kulturelles Gedächtnis. Grundlage für deren Erhaltung ist das Denkmalschutzgesetz, das nach 1990 unter breiter Beteiligung von Fachwissenschaftlern in einem transparenten, öffentlichen Prozess erarbeitet wurde. Die enorme Bedeutung und Wertschätzung der Kulturdenkmäler und die frühe und breite Einbeziehung von Fachleuten bildeten die Basis dafür, dass das Denkmalschutzgesetz im Jahre 1993 einstimmig verabschiedet wurde, bis heute als innovativ eingeschätzt wird und international anerkannt ist. Im Gegensatz dazu arbeitet das Innenministerium jetzt in einer Art Geheimverfahren unter den Schlagworten Bürgerfreundlichkeit, Verfahrensvereinfachung und Rechtssicherheit an einem Paradigmenwechsel im Denkmalschutz. Sollten die bisher bekannt gewordenen Novellierungspläne, z.B. die Klassifizierung von Denkmälern, die Aufgabe des Substanzschutzes oder die Aushöhlung der Zumutbarkeitsregelung für Bauherren tatsächlich so umgesetzt werden, ist ein Großteil dieses kulturellen Erbes gefährdet. Wozu also eine Novellierung? Wir wollen gemeinsam mit fachkundigen Denkmalpflegern, lokalen Akteuren und interessierten Bürgerinnen und Bürgern dieser Frage nachgehen und u.a. über folgende Punkte diskutieren:

  • Was hat die derzeitige Gesetzgebung im sächsischen Denkmalschutz bewirkt und wo weist das aktuelle Denkmalschutzgesetz tatsächlich Defizite auf?
  • Wie werden das Sächsische Denkmalschutzgesetz, seine Wirkung, aber auch mögliche Defizite außerhalb Sachsen betrachtet?
  • Welche konkreten Änderungen des Sächsischen Denkmalschutzgesetzes plant die Staatsregierung derzeit?
  • Welche Auswirkungen hätten diese Änderungen in der Praxis?
  • Wie beurteilen Experten, die „hinter dem hohen sächsischen Tellerrand“ leben, die Auswirkung der geplanten Novellierung auf Sachsens Ruf als Kulturland?
  • Welche inhaltlichen Positionen vertreten die sächsischen Grünen?
  • Welche alternativen Ideen für eine Stärkung des Denkmalschutzes, für Bürgerfreundlichkeit, Rechtssicherheit und Verfahrensbeschleunigung gibt es in der Bürgerschaft und in Fachkreisen vor Ort?

Die Veranstalter erbitten eine Teilnahmebestätigung telefonisch unter 0351/5635503 oder per eMail an Carsten.Enders(at)slt.sachsen.de.

Nachtrag: Das Eingangsstatement von Prof. Hammerschmidt veröffentlichen wir im vollständigen Wortlaut. Darüber hinaus finden Sie einen lesenswerten Bericht von der gesamten Veranstaltung im Community-Blog des Freitag.

Dieser Artikel wurde zuletzt am 30.12.2010 aktualisiert.
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Ein Kommentar zu diesem Artikel

  1. Hier ist der Link zum Bericht über die Dresdner Veranstaltung:
    http://www.karl-heinz-gerstenberg.de/denkmal_dresden.html

    … schrieb Elke Zimmermann am Montag, dem 08.11.2010, um 09:39 Uhr.