Weg der Erinnerung

Samstag, 6. November 2010

Die Gesellschaft für Christl.-jüd. Zusammenarbeit Dresden, das Ev.-Luth. Stadtjugendpfarramt Dresden, die Katholische Dekanatsjugend Dresden, die Jugend der Jüdischen Gemeinde Dresden und die Aktion „Sühnezeichen – Friedensdienste“ laden am Sonntag, dem 07.11.2010, auf den „Weg der Erinnerung“ zum Thema „1934 – Die Kunst ist wieder deutsch“ ein. Treffpunkt ist um 11:00 Uhr an der Kreuzkirche. Bitte Fahrrad mitbringen!

Was ist der Weg der Erinnerung? Seit mehreren Jahren wird am Sonntag vor oder nach dem 9. November eingeladen zum Weg der Erinnerung – einer Fahrradtour auf den Spuren jüdischen Lebens und Leidens in Dresden. Er beginnt an der Gedenktafel an der Kreuzkirche und führt zu mehreren Stationen, die in einem thematischen Zusammenhang stehen. Die Stationen werden von Schulklassen oder Jugendgruppen vorbereitet und gestaltet. An Plätzen ohne Hinweis auf den geschichtlichen Bezug werden provisorische Gedenktafeln angebracht.

Zum Thema „1934 – Die Kunst ist wieder deutsch“: Mit der Brandstiftung in Synagogen, mit Überfällen und Massenverhaftungen jüdischer Einwohner am 09.11. und 10.11.1938 begann ein neuer Abschnitt der Verfolgung der Juden durch die Nationalsozialisten. Dieses Ereignis stellt eine Zäsur in der nationalsozialistischen Judenverfolgung dar, aber keinesfalls deren Beginn. Das Pogrom hatte eine lange Vorgeschichte der Ausgrenzung jüdischer Menschen im Alltagsleben, welche von einer Mehrheit der Bürger – auch in Dresden – mitgetragen und akzeptiert wurde.

Dieses Jahr werden Orte der Kunst und Kultur in unserer Heimatstadt aufgesucht, an denen an die Ausgrenzung, Diffamierung und Verfolgung jüdischer und regimekritischer Künstler und Künstlerinnen erinnert wird:

  • Schauspielhaus: Entlassung des Direktors der Schauspielmusik Arthur Chitz am 07.04.1933, Reichstheaterfestwoche vom 27.05. bis 03.06.1934
  • Wettiner Platz: Ort der Bücherverbrennung am 08.03.1933 – Erinnerung an die anschließende „Säuberung“ der öffentlichen Bibliotheken
  • Oper: Entlassung des Generalmusikdirektors Fritz Busch am 07.03.1933
  • Hochschule für Bildende Künste: jüdische Künstler und Dozenten
  • Rathaus: Ausstellung „Entartete Kunst“, eröffnet am 23.09.1933
  • Neue Synagoge: Abschluss

Dresden rühmt sich, eine Kulturstadt zu sein – in Vergangenheit und Gegenwart. An herausragenden Orten dieser Stadt und den damit verbundenen Ereignissen wird deutlich werden, wie schnell nach der Machtübernahme renommierte Stätten der Kunst und Kultur in Dresden von den Nazis „gereinigt“ und gleichgeschaltet wurden, weil den Nationalsozialisten die politische Funktion der Kunst sehr bewusst war. Aber es wird auch deutlich werden, dass Bildung und Kultur nicht automatisch vor Angst, Anpassung, Blindheit und Unmenschlichkeit schützen.

Dieser Artikel wurde zuletzt am 21.10.2012 aktualisiert.
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