Kulturpalast: Präsentation mit Publikum ist keine Bürgerbeteiligung

Mittwoch, 23. März 2011

„Die gestrige Einwohnerversammlung war eine Zumutung für jeden engagierten Bürger. Eine Präsentation – unkonkret und voller Allgemeinplätze – vorzustellen und ein paar Bürgermeinungen zu hören, ist doch keine Bürgerbeteiligung! Es zeigt sich auch am Beispiel des Kulturpalastes, dass in der Stadtspitze das Verständnis für eine echte Beteiligung fehlt und eine solche wohl auch nicht erwünscht ist,“ sagt Jana Knauth. „Die Bürger haben es satt, ständig nur fertige Pläne vorgesetzt zu bekommen, die sowieso in drei Tagen beschlossen werden, ganz egal was sie einwenden. Es fiel das Wort ‚Zuschauerdemokratie‘, was den Nagel auf den Kopf trifft,“ so die Vereinsvorsitzende weiter.

Es gab weder eine umfängliche, transparente Darstellung des Projektes und seiner Kosten, noch war es überhaupt beabsichtigt, über Sinn und Nutzen des Projektes zu diskutieren. Diesen Eindruck bestätigten die geladenen Redner, die den Umbau ausschließlich in den höchsten Tönen lobten. Aus den Reihen der Gastspielveranstalter war niemand geladen. „Bestärkt sehen wir unsere Auffassung der Einseitigkeit auch durch ein Verbot unserer Ausstellung, die wir im Vorfeld der Veranstaltung im Foyer zeigen wollten,“ so Jana Knauth.

Um seinem Anliegen nach Erhaltung des Kulturpalastes Nachdruck zu verleihen, übergab der Verein gestern rund 1.500 Unterschriften unter seine Petition, welche die Aufhebung des Umbaubeschlusses vom Juli 2008 fordert, um die Voraussetzungen für eine Diskussion mit den Bürgern auf Augenhöhe zu schaffen.

Sehr treffend brachte der Dresdner Schauspieler Friedrich Wilhelm Junge das Projekt auf den Punkt: „Die finanzielle Kalkulation ist unglaubwürdig: Für das Geld gibt es weder den idealen Konzertsaal noch – gleichzeitig – die funktionstüchtige Stadthalle. Dem Steuerzahler wird eingeredet, es gäbe die eierlegende Wollmilchsau.“

Am Mittwoch, dem 23.03.2011, findet um 18:00 Uhr der nächste „Treffpunkt Kulturpalast“ statt, bei dem der Kabarettist Uwe Steimle sprechen wird.

Dieser Artikel wurde zuletzt am 23.03.2011 aktualisiert.
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Ein Kommentar zu diesem Artikel

  1. Auch ich war am Montag im Kulturpalast in der Einwohnerversammlung. “Zuschauerdemokratie” ist finde ich ein zu milder Ausdruck für die Verhöhnung der bisherigen Hauptnutzer der Stadthalle Kulturpalast und derjenigen, die sie geplant und erbaut haben sowie derjenigen, die dieses einmalige Denkmal der Nachkriegsmoderne erhalten wollen.

    [Diesen, sehr umfangreichen Kommentar haben wir in einen eigenständigen Artikel übernommen. – d. Red.]

    … schrieb Silvia am Mittwoch, dem 23.03.2011, um 23:32 Uhr.