Denksalon Revitalisierender Städtebau

Mittwoch, 25. Mai 2011

Am 17./18.06.2011 findet in der Europastadt Görlitz/Zgorzelec die Offene Fachtagung „Denksalon Revitalisierender Städtebau“ statt. Das jährlich stattfindende internationale Symposium widmet sich aus Sicht unterschiedlicher Fachdisziplinen den Chancen und Möglichkeiten einer Revitalisierung der europäischen Städte.

Unterschiedlichkeit – im Sinne von Ungleichartigkeit, Ungleichwertigkeit und Ungleichzeitigkeit – könnte die ideale Stadt beschreiben. Sie ermöglicht eine offene Gemeinschaft, die verschiedene Lebensweisen in einer stadt-architektonisch differenzierten Dichte zulässt. Gleichzeitig ist mit dem Begriff des Städtischen aber auch Ungleichheit verbunden – und zwar im Sinne von Ungerechtigkeit, Interessenkonflikten und Machtgefällen. Es ist eher die Schattenseite der ungleichen Stadt. Ungleichheit und Unterschiedlichkeit hängen unmittelbar zusammen und bedingen sich gegenseitig. Als urban ließe sich eine Stadtgesellschaft beschreiben, in der Andersartigkeit und Vielfalt in frei zugänglichen Räumen gelebt werden. Die dabei zwangsläufig entstehenden Konflikte werden in einer ständigen und offenen Kommunikation ausgehandelt. Dem Urbanitätsbegriff entgegenstehend ist folglich das, was nur Belebung und Erlebnis des Anderen in privatisierten, abgeschlossenen Räumen ohne reale Öffentlichkeit produziert. Ungleichheit lässt sich nicht planen, Vielfalt schon.

In Städtebau und Stadtgestaltung sollte es das Ziel sein, den Raum für die unterschiedlichen Lebensstile der Stadtgesellschaft immer wieder neu zu erfinden. Um diesem Ziel nahe zu kommen, gilt es, die ungleiche Stadt mit all den ungleichartigen Kompetenzen und Identitäten, ungleichwertigen Maßstäben und Währungen sowie ihren ungleichzeitigen Prozessen und Perspektiven, ernst zu nehmen. Das Selbstverständnis der Profession ist immer wieder zu hinterfragen. Für eine zukunftsfähige Stadtbaukultur und Stadtentwicklung kann nicht nur ein Entweder-oder sondern vielmehr ein Sowohl-als-auch gelten. Stadt als Prozess des ständigen Lernens und Anpassens setzt das Aushandeln von Interessen, Meinungen und Bewertungen aller, die am Veränderungsprozess beteiligt sind, voraus.

Der Denksalon 2011 will dazu beitragen, diesen Lernprozess der an Stadtbau und Stadtentwicklung Beteiligten zu intensivieren. Die gegenseitige Sensibilisierung für Werte- und Wirkungszusammenhänge soll in offenem und konstruktivem Diskurs ermöglicht werden. In den drei Foren: Ungleichartig, Ungleichwertig und Ungleichzeitig werden Fachexperten und Nachwuchswissenschaftler aus Theorie und Praxis disziplinübergreifend über die Zukunft der europäischen Stadt diskutieren und konkrete Ideen zur Planung und Gestaltung derselben formulieren.

Der Denksalon Revitalisierender Städtebau wird von der Stiftungsprofessur Stadtumbau und Stadtforschung an der Fakultät Architektur der Technischen Universität Dresden organisiert. Die Organisatoren bitten um eine rechtzeitige Anmeldung per Post oder Fax mit dem Anmeldeformular auf dem detaillierten Tagungsprogramm.

Dieser Artikel wurde zuletzt am 27.05.2011 aktualisiert.
Sie können den Artikel als .pdf-Datei speichern ...
Gern können Sie auch diesen Artikel weiterempfehlen ...

Schlagworte: