Verkehrsaufkommen auf der Fetscherstraße

Freitag, 9. September 2011

von Eduard Zetera

Bereits am 16.05.2011 hatte es einen Termin mit dem Ortsbeirat Altstadt am Fetscherplatz gegeben. Ziel der Veranstaltung war es, die Folgen des nach Eröffnung der Waldschlößchenbrücke erhöhten Verkehrsaufkommens und die Möglichkeiten einer Verbesserung der Verkehrsführung direkt vor Ort mit betroffenen und interessierten Bürgern zu besprechen.

Zu diesem Termin war Baubürgermeister Jörn Marx vollkommen unvorbereitet erschienen. Von den anwesenden Bürgern und Ortsbeiräten ist das als recht klare Ansage dazu verstanden worden, welche Bedeutung er diesem Sachverhalt beimisst. Tatsächlich gibt es wenig Anzeichen dafür, dass sich die Bewertung der Lage durch die Stadtverwaltung seither grundlegend geändert hätte: Noch am 23.08.2011 beklagt die SäZ: „An der linkselbischen Hauptzufahrt zur Waldschlößchenbrücke geschieht bis zur Freigabe nicht mehr viel.“ Der Beitrag titelt treffend: „Planlos ins Verkehrschaos.“ Darin sagt Matthias Mohaupt, Abteilungsleiter Verkehrsentwicklungsplanung im Stadtplanungsamt, über die Anwohner der Trasse: „Sie bemängelten den gefühlten Schleichverkehr.“ und belegt danach sogleich anhand überzeugender Zahlen, dass – um mit Loriot (selig) zu sprechen – ganz offensichtlich mit ihrem Gefühl etwas nicht stimmt.

Damit tut sich folgender Widerspruch auf: Einerseits wurde die Notwendigkeit des Baus der Waldschlößchenbrücke ja damit begründet, dass die im Stau-Chaos versinkende Innenstand dringend Entlastung bräuchte und dass die Neuordnung der Verkehrsströme unabdingbare Voraussetzung für die wirtschaftliche Überlebensfähigkeit der Region Dresden sei. Nun sollen aber andererseits diese gewaltigen Verkehrsströme ohne jegliche Nebenwirkung in dem bestehenden Straßennetz versickern. Dem gesunden Menschenverstand jedenfalls erschließt sich diese verkehrsplanerische Logik Mohauptscher Cou­leur nicht unbedingt. Verständlicher ist eine ganz andere Erklärung: Prestigeprojekte – wofür die Waldschlößchenbrücke als vornehmstes Beispiel gelten darf – verschlingen so viel Geld, dass für eine angemessene Erneuerung oder auch nur den Unterhalt der bestehenden Verkehrsinfrastruktur keine Mittel mehr verbleiben. Und wenn die Herren Marx und Mohaupt nicht mehr in der Lage sind, das Notwendige zu tun, bestreiten sie einfach die Notwendigkeit. Es gibt kein Problem am Fetscherplatz, weil nicht sein kann, was nicht sein darf.

Gleichwohl drängt der Ortsbeirat Altstadt weiterhin auf eine Auseinandersetzung mit der Thematik. Aus diesem Grund hat er für den 13.09.2011 um 18:00 Uhr eine neuerliche Sitzung im Schulverwaltungsamt (Fiedlerstraße 30, Versammlungsraum im Keller) zur „Information über die geplanten Maßnahmen zur Erhöhung/Verbesserung des Verkehrsaufkommens auf der Fetscherstraße nach Öffnung der Waldschlößchenbrücke“ anberaumt.

Der Baubürgermeister täte gut daran, nicht ein weiteres mal aufzutreten, als würde von ihm nur erwartet, Verständnis für die Phantomschmerzen der Bürger aufzubringen. Die Autos, die er rief, werden kommen. Seine Möglichkeiten zur Problemverdrängung sind auf die Zeit bis zur Eröffnung der Waldschlöchenbrücke (wann immer das sein mag) beschränkt. Danach wird er sehr schnell von den Realitäten eingeholt.

Dieser Artikel wurde zuletzt am 10.09.2011 aktualisiert.
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