Ein Architekt darf nicht in sein Gebäude

Sonntag, 16. Oktober 2011

Eine Aktion von Dresdens Erben

Die am Sonntag, dem 16. Oktober 2011, im Rahmen des Deutschen Architektentages geplante Sonderführung durch den Kulturpalast mit dem federführenden Architekten Dr. Wolfgang Hänsch mußte leider abgesagt werden. Die Einladung richtete sich ausschließlich an die Teilnehmer des Deutschen Architektentages und ausgewählte Medienvertreter und sollte nicht publik werden. Gründe für die Absage sind die verweigerte Zustimmung des neuen Geschäftsführers der KKG mbH, Ulrich Finger, und die gezielte “Heraushaltung” des Kulturbürgermeisters Dr. Ralf Lunau.

Der Verein Dresdens Erben e.V. bedauerte dies zutiefst: “Wir sind enttäuscht und verärgert. Wir hätten nicht geglaubt, daß der Architekt des Hauses dieses nicht betreten darf, um Interessierte seiner Zunft zu führen,” sagte Jana Knauth. “Offenbar hält die Stadt unliebsame Gäste lieber fern,” so die Vereinsvorsitzende weiter.

Die Reaktion des Vereins kam prompt: Zu der Zeit, zu der die Führung stattfinden sollte, schloß der Verein den Kulturpalast symbolisch ab. Große Vorhängeschlösser, Barrieren und die entsprechende Botschaft zierten die Türen des Hauses.

Derzeit führt Dr. Wolfgang Hänsch Klage gegen die Stadt, weil er beim geplanten Umbau des Kulturpalastes seine Urheberrechte verletzt sieht. Da seine Klage nicht abgewiesen wurde, ist er als Urheber anerkannt und sollte eigentlich jederzeit “sein” Gebäude betreten dürfen. Zur Zeit ist die Bundesarchitektenkammer vom Gericht damit beauftragt, einen Gutachter aus ihren Reihen zu bestellen, der den Wert des Kulturpalastes ermitteln soll.

Dieser Artikel wurde zuletzt am 16.10.2011 aktualisiert.
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6 Kommentare zu diesem Artikel

  1. Recht so, bekräftigen die DNN Herrn Finger in ihrer heutigen Ausgabe (18. 10. 2011). Wo kämen wir denn hin, wenn jeder X-Beliebige den zum Abschuss frei gegebenen Kulturpalast betreten dürfte. Schließlich hat ja das Institut für Kommunikationswissenschaften der TU Dresden bei etwas mehr als 500 Dresdnern herausgefunden, dass sie mehrheitlich für den Umbau des Kulturpalastes zu einem Konzertsaal der Philharmonie sind. “Kulturbanausen” haben da natürlich nichts zu suchen.
    Der am vergangenen Freitag in Dresden tagende Deutsche Architektentag hätte es in der Hand gehabt, für ihren Dresdner Kollegen einzutreten. Die Chance hierzu wurde leider vertan.

    … schrieb Jürgen Karthaus am Dienstag, dem 18.10.2011, um 16:38 Uhr.

  2. Der Herr Hänsch könnte doch zusammen mit dem Architekturbüro Ceret/Bozic aus Stuttgart in Co-Produktion ein neues und jetzt in die Zeit passendes hypermodernes großes multifunktionales Festspielhaus für Operette und Musikveranstaltungen bauen,welches auf der Welt seinesgleichen sucht mit cirka 5000 Zuschauerplätzen oder mehr.Der Vorschlag von diesem Architekturbüro hat mir sehr gefallen(war wohl zu modern für Dresden) und der Kulturpalast ist auch sehr schön.Aber von Zeit zu Zeit sollte man mal die “Tapete” wechseln.Gleiches gilt für das Hochhaus am Albertplatz.Da könnte auch etwas moderneres hin als dieser Prototyp eines sächsischen gemauerten Büroturmes.Wenn man ständig alle Gebäude unter Denkmalschutz stellt,versperrt man sich doch dadurch den wertvollen städtischen Bauboden für zukünftige High-lights bezogen auf Architektur.

    … schrieb Lars Michel am Sonntag, dem 06.11.2011, um 23:54 Uhr.

  3. @LarsMichel (Kommentar So, 23.54 Uhr) …
    Haben Sie nicht einige Kommentare vorher die Wiederherstellung des Stadtbildes vom 12.02.1945 für ganz Dresden verlangt? Wer soll bei ihrem Tapeten- bzw.Meinungswechsel noch mitkommen?

    … schrieb Walter Gropius am Montag, dem 07.11.2011, um 08:26 Uhr.

  4. Hallo “Walter Gropius” ! Ihre Anfrage ist ziemlich ohne die Kraft einer Aussage.Auf was beziehen sich Ihre Fragen ?

    … schrieb Lars Michel am Montag, dem 07.11.2011, um 19:58 Uhr.

  5. @Lars Michel (Kommentar Mo, 19.58 Uhr)

    Lars Michel schrieb 19.10.2011, 23.31 Uhr:
    “Und wenn ich Dresden meine,dann meine ich das gesamte zerstörte Areal der Altstadt,Striesen,Johannstadt,Südvorstadt.Eigentlich meine ich ohne Ausnahme all das,was zerstört wurde an Gebäuden.Und all das was zerstört wurde,meine ich,das man es wieder in original aufbauen sollte [...] Um also ausschweifende Ausführungen abzukürzen,halte ich es für unabdingbar,das man wenigstens die historische Altstadt bis Fetscherplatz und Hauptbahnhof wieder möglichst wenn es geht,original wiedererrichtet.”

    Lars Michel schrieb 06.11.2011, 23.54 Uhr:
    “Der Herr Hänsch könnte doch zusammen mit dem Architekturbüro Ceret/Bozic aus Stuttgart in Co-Produktion ein neues und jetzt in die Zeit passendes hypermodernes großes multifunktionales Festspielhaus für Operette und Musikveranstaltungen bauen,welches auf der Welt seinesgleichen sucht mit cirka 5000 Zuschauerplätzen oder mehr.”

    Für mich ergibt sich da eine Diskrepanz. Egal. Aber was kommt als Nächstes? Die Welthauptstadt Germania?

    … schrieb Walter Gropius am Montag, dem 07.11.2011, um 22:28 Uhr.

  6. Ich finde es bedenklich, dass man ein derartiges Gebäude wie den Kulturpalast unter Denkmalschutz stellt. Mit jedem rekostruierten Quartier auf dem Neumarkt wird der Kulti immer mehr zum Störfaktor. Der gute Herr Hänsch [gelöscht - Anm. Moderation: Bitte bleiben Sie sachlich.] Der Kulti sollte nicht umgebaut sondern abgerissen werden. Ich bin für ein neues, meinetwegen auch modernes Konzerthaus. Wie wäre es zB mit dem “Wiener Loch”? Ein wahrlich perfekter Platz….

    … schrieb Jan Müller am Dienstag, dem 08.11.2011, um 13:00 Uhr.