Dresden – Woher und wohin?

Mittwoch, 8. Februar 2012

Der Förderverein Lingnerschloss e.V. lädt für Freitag, den 24.02.2012, um 19:30 Uhr zu einem Vortrag über „Aufgaben einer zukunftsfähigen städtebaulichen Entwicklung“ in das Lingnerschloss ein. Referent ist Dr. Matthias Lerm, Architekt.

Der reich bebilderte Vortragsabend im Lingnerschloss widmet sich den aktuellen Herausforderungen an eine zukunftsfähige Stadtentwicklung Dresdens. Angesprochen werden dabei Fragen des räumlichen Gestaltens, einer möglichst kompakten und qualitätsvollen Stadt- und Siedlungsentwicklung sowie der überfälligen Klimaanpassung.

1. Woher?

Im ersten Vortragsteil wird zurückgeblickt auf 80 Jahre einer Stadtplanung, die räumlich gefasstes Stadtgewebe bis auf wenige Ausnahmen vernachlässigt hatte. Raumorientierter Planung wird eine Stadtauffassung gegenübergestellt, die die Auflösung der Stadtstrukturen in flächige Gebilde geringer Dichten, zusammengehalten nur durch Verkehrsbänder, betrieb. Die weitgehend in Vergessenheit geratene raumbildende europäische Stadtkultur wird hergeleitet und anhand ermutigender Beispiele verständlich gemacht.

Nach einer auch dem Gespräch gewidmeten Pause schließt sich der zweite Teil an:

2. Wohin?

Grundverschiedene Bauweisen können hinsichtlich der Dichte ganz ähnlich sein. So weisen Quartiere der Äußeren Neustadt und die Würfelhäuser Striesens Dichten von ca. 300 Einwohnern pro Hektar auf – eine gute Ausstattung mit Handel und Gastronomie, wohnnahen Kitas, Schulen und öffentlichem Verkehr ermöglichend.

Auch die Bebauung des Neumarktes ist hinsichtlich ihres Stadtraumes vorbildlich.

Es wird gezeigt, wie sich durch raumorientiertes, kompaktes Bauen auch die unumgängliche Anpassung an die sich immer schneller vollziehende Klimaänderung erreichen lässt.

Ermutigend schließlich das Fazit, dass eine „neue Gründerzeit“, die sich den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts stellt, auf die Wiedergewinnung lebendiger Urbanität für Dresden zielen kann.

Zum Referenten

Dr.-Ing. habil. Matthias Lerm, 1965 in Leipzig geboren, lebt in Dresden und ist hier kein Unbekannter: In seinem „Abschied vom alten Dresden“ (1993, erweiterte Neuausgabe 2001) stellte er die Bauwerksverluste nach 1945 in ihrem Zusammenhang mit den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, den städtebaulichen Leitbildern und der Praxis der Denkmalpflege dar.

Nach Assistentenzeit an der TU Dresden und einem Forschungsjahr an der Columbia University in New York war er in der baustärksten Phase der Nachwendeentwicklung im Dresdner Stadtplanungsamt mit Aufgaben der Innenstadtentwicklung betraut, bevor er 2003 als Referent für Nachhaltige Entwicklung auch die Koordination des UNESCO-Welterbes Dresdner Elbtal übernahm.

Als Autor zahlreicher Schriften zu Städtebau, Architektur, Denkmalpflege und nachhaltiger Stadtentwicklung wurde er 2010 an der TU Dresden zur „Stadtplanung in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts“ habilitiert.

Er wirkt seit 2007 als Stadtarchitekt und Leiter der Stadtentwicklung/Stadtplanung im aufstrebenden thüringischen Jena, ist Mitglied der Architektenkammer Thüringen, des Deutschen Werkbundes Sachsen und der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung.

Dieser Artikel wurde zuletzt am 20.02.2012 aktualisiert.
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