Kulturpalast: Expertenanhörung muss qualifiziert, sachlich und ergebnisoffen sein

Freitag, 23. März 2012

Eine Pressemitteilung von Dresdens Erben

Der Verein Dresdens Erben e.V. begrüßt ausdrücklich den Beschluss einer Expertenanhörung zum Thema Kulturpalast. Diese Anhörung, die am 3. April stattfindet, sollte von allen Parteien für eine sachliche, qualifizierte und ergebnisoffene Diskussion genutzt werden, um nicht als reine Alibiveranstaltung im politischen Gezänk zu enden. Die Rahmenbedingungen dafür sind denkbar schlecht, denn es sind dafür lediglich 90 Minuten vorgesehen. Zudem ist es den Fraktionen nur gestattet, gerade einmal einen Experten zu benennen, der jeweils nur 10 Minuten Rederecht erhält. Die anschließende Diskussion findet ohne die Bürger statt – sie dürfen nur zusehen.

Es ist ebenso schwierig, die Experten in der verbleibenden kurzen Zeit in dieses komplexe Projekt einzuarbeiten, noch wird es möglich sein, sich in 90 Minuten – ohne vorgefertigte Meinung – ein qualifiziertes Urteil zu bilden. Die getroffenen Aussagen können nicht sofort anhand der Aktenlage überprüft werden.

Der Verein Dresdens Erben e.V. spricht sich dafür aus, die Anhörung so zu planen, dass sie der Komplexität des Projektes gerecht werden kann.

„Wir fragen uns allerdings, ob es möglich ist, von einem Tag auf den anderen über den Finanzierungsvorschlag abzustimmen. Immerhin ist es den Fraktionen kaum möglich, nach der Anhörung nochmals intern zu diskutieren“, so Jana Knauth, Vereinsvorsitzende. „Zu einer übereilten Entscheidung sollten sich die Stadträte keinesfalls zwingen lassen.“

Dieser Artikel wurde zuletzt am 23.03.2012 aktualisiert.
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Ein Kommentar zu diesem Artikel

  1. Inzwischen hat sich ja der Gutachter des Gerichts in Leipzig für den Umbau des Mehrzwecksaals zu einem spezialisierten Konzertsaal ausgesprochen. Irgendwie erinnert mich das an die Gutachter der WSB-Bauer vor dem OVG in Bautzen, die den Naturschutz bei der Rechtfertigung der Brücke völlig aus dem Blick verloren.

    Jedenfalls leuchtet es mir nicht ein, dass diese Sätze des Gutachters: “Wenn wir das Alte bewahren wollen, müssen wir es erneuern”, oder: “Wir müssen ein Denkmal weiterbauen.”, mit der Zerstörung der Multifunktionalität des Festsaals des Kulturpalasts zugunsten eines spezialisierten Konzertsaals für die Philharmonie realisierbar sein sollen.

    Wie wir wissen, war die dadurch verdrängte Unterhaltungskultur diejenige, die entscheidend zur Wirtschaftlichkeit des Palastes beigetragen hat. Und im Gegensatz zum Publikum der Philharmonie, das überwiegend grauhaarig in den Sesseln sitzt, ist das Publikum der Unterhaltungsmusik überwiegend jünger. Für wen also soll das Alte “erneuert” werden. Von Erneuerung würde ich sprechen, wenn die Multifunktionalität unter Einhaltung gesetzlicher Vorschriften wiederhergestellt wird mit bestmöglichen Verbesserungen für die Akustik auch der Philharmonie. Bei meinen bisherigen Konzertbesuchen dort konnte zumindest ich keine akkustischen Mängel feststellen. Also gehe ich mal davon aus, dass sich das jüngere Publikum nicht aus akustischen sondern z.B. aus Interessegründen kaum bei der Philharmonie einfindet. Und wie rechntet sich dann der Kulturpalast, wenn sein Hauptstandbein plötzlich fehlt?

    Das erinnert mich an das Meereswasser- Wellen-Schwimmbad in Rostock-Warnemünde. Zu DDR-Zeiten war das nicht nur für mich ein beliebtes Ziel, besonders in der kalten Jahreszeit. Aber nach der Wende fand man, es sei nicht mehr zeitgemäß und riß es zugunsten eines Spaßbades an gleicher Stelle ab.

    Aber auch dieses Spaßbad gibt es heute nicht mehr – denn man übersah, dass die Haupteinnahmequelle im Meereswasser-Wellenbad nicht die Spaßbesucher sondern der Schul- und Vereinssport waren. Diese Funktion war aber im spezialisierten Spaßbad weder vorgesehen noch möglich. Heute steht an dieser Stelle – wie langweilig – ein Hotel. Von einem adäquaten funktionellen Ersatz für den Schul- und Vereinssport auf dieser Warnowseite ist mir nichts bekannt.

    Blüht dem Kulturpalast das gleiche Schicksaal?

    … schrieb Silvia Friedrich am Mittwoch, dem 28.03.2012, um 13:05 Uhr.