Dresden ist eine Stadt der Moderne

Dienstag, 8. Mai 2012

Ein Interview von MDR Figaro
mit Wolfgang Kil, Architekturkritiker und Mitglied der Sächsischen Akademie der Künste,
nach dem Urteil des Landgerichtes Leipzig zum Kulturpalast-Umbau

Ein Ausschnitt:

MDR Figaro: War das ein typischer Vorgang mit dem Kulturpalast in Dresden, was den Umgang der heutigen Zeit mit der DDR-Moderne angeht?

Wolfgang Kil: Das ist schwer zu sagen. Zumindest für den Fall Dresden halte ich es schon für typisch. Also Dresden hat ein sehr schwieriges, ein extrem schwieriges Verhältnis zu seinem Erbe aus der 60er Jahren, zumal Dresden besonders reich daran ist. Und das macht es so schmerzhaft, dass so viele Entscheidungen in Dresden gegen diese Zeitperiode gefällt werden. Das bringt Dresden selber als Stadt um eine ganz wichtige historische Zeitschicht innerhalb des Stadtbildes. Also Dresden bezieht sich nach wie vor so massiv auf eine Zeitschicht, die am wenigsten noch da ist, also der Barock. Da gibt es diese klassischen Denkmale, aber die Stadt selber ist eine Stadt der Moderne – und darüber so hinwegzugehen, das empfinde ich, gelinde gesagt, als leichtfertig.

Das Interview wurde am 25.04.2012 gesendet. Der MDR stellt es uns freundlicher Weise zum Nachhören (.mp3-Datei, 2.831 kB) zur Verfügung.

Dieser Artikel wurde zuletzt am 08.05.2012 aktualisiert.
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