Trauer und Ausverkauf

Montag, 23. Juli 2012

Eine Aktion von Dresdens Erben

Heute fanden mit dem “Brückenmännchen” die letzten beiden Veranstaltungen im Kulturpalast statt. Nun schließt das Haus für den geplanten Umbau, obwohl die Betriebserlaubnis erst am 31.12.2012 ausläuft und eine Bespielung bis dahin möglich gewesen wäre.

Aus Anlaß der Schließung wollte der Verein Dresdens Erben e.V. ein Banner am Kulturpalast anbringen, was ihm vom amtierenden Chef des Hauses Herrn Finger verboten wurde. “Wir fühlen uns im Recht auf freie Meinungsäußerung behindert”, so Jana Knauth am Abend. “Es verwundert schon sehr, daß Herr Finger ein Banner an der Fassade abwehrt, während sich das Haus nun in eine Baustelle verwandelt und gnadenlos ausgeschlachtet wird.”

Foto: Dr. Peter Bäumler

Aufgrund des Verbots wurde das Banner auf den Boden aufgebracht.

Der Verein setzt sich für den Erhalt des Hauses inklusive des Mehrzwecksaales ein und wird auch weiterhin die Urheberrechtsklage des Architekten Dr. hc. Wolfgang Hänsch unterstützen.

Dieser Artikel wurde zuletzt am 23.07.2012 aktualisiert.
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3 Kommentare zu diesem Artikel

  1. Die Kommentare der Besucher von heute waren interessant: Beim Verlassen des Kulturpalastes nach dem “Brückenmännchen” bekamen die Besucher einen Flyer von Dresdens Erben e.V. überreicht, der auf die Unterstützung der Klage von Wolfgang Hänsch aufmerksam macht und den Erhalt des Kulturpalastes mit dem großen Festsaal fordert. Die Besucher waren sich einig, dass die notwendige Sanierung erfolgen muss, aber das Haus in seiner Substanz erhalten bleiben soll. Das OLG wird am 9. Oktober 2012 über die Klage von Wolfgang Hänsch verhandeln. Vielleicht verbietet das OLG den Umbau. Wenn das Denkmalamt den Schutz von bedeutenden Denkmalen nicht sichern kann, gelingt es vielleicht über andere Wege der Rechtssprechung. Wir werden sehen.

    … schrieb Margita Herz am Dienstag, dem 24.07.2012, um 00:25 Uhr.

  2. Manfred Streubels Gedicht “Spielraum” beschreibt unsere Verantwortung gegenüber Erbe und Tradition:
    .
    Verweigern? Erwerben? Was wir auch tun-
    Stets sind wir Erben: nötiges Nun.

    Denn das Vergangene, das hält uns fest.
    Denn das Empfangene nährt den Protest-

    Gegen die Schickung in die Verstrickung. Gegen den Grund.
    Bis Überwindung unsere Bindung wandelt zum Bund.

    Wenn es weder Stadt noch Medien für notwendig erachten, wenigstens an diesem Tag Leopold Wiel, Wolfgang Hänsch und Werner Matschke Dank zu sagen für ihr segensreiches Tun, müssen wir Bürger diesen Part übernehmen.

    Ich möchte es mit Johannes R. Becher tun, der sein Dank-Gedicht mit den Zeilen schließt:

    Denn was ist Dank? Ein stetes Darandenken, daß wir, beschenkt, Geschenktes weiterschenken.

    … schrieb Jürgen Karthaus am Dienstag, dem 24.07.2012, um 13:09 Uhr.

  3. Vor allem der MDR hat die Aktion reflektiert:
    http://www.mdr.de/sachsen/dresden/kulturpalast172.html

    … schrieb JK am Dienstag, dem 24.07.2012, um 18:22 Uhr.