Vier Elemente

Sonntag, 11. November 2012

von Eduard Zetera

Das Umweltamt und das Dresdner Umweltzentrum widmen sich in einer, nach eigenem Bekunden, „sehr ansprechenden Art der Bürgerinformation“ im November 2012 mittlerweile zum dritten mal im Rahmen der Dresdner Umweltgespräche den vier Elementen Feuer, Wasser, Luft und Erde – jeweils montags, um 19:00 Uhr (Einlass ab 18:30 Uhr) im Festsaal das Stadtmuseums Dresden (Wilsdruffer Straße 2).

Spannend wird es vor allem am 19.11.2012, wenn es um die „Luft“ unter dem Motto „Umweltzone für Dresden – Für und Wider“ gehen wird, denn nach dem Programmflyer diskutieren (unter der Moderation von Denni Klein von der Sächsischen Zeitung) …

  • Dr. Hartmut Schwarze
    Sächsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft
  • Prof. Dr.-Ing. Norbert Brückner
    ADAC Sachsen e.V.
  • Dr. Andreas Brzezinski
    Handwerkskammer Dresden
  • Olaf Matthies
    ADFC Dresden e.V.
  • Wolfgang Socher
    Umweltamt Dresden

… mithin überwiegend Parteien, welche erfreut und erleichtert sein werden, dass es endlich einmal positive Entwicklungen in Sachen Feinstaub zu vermelden gibt.

Wir erinnern uns: Vor gut einem Jahr titelte die SäZ: „Dresden ist deutsche Feinstaub-Hauptstadt“ und der Spiegel gestand Dresden den Spitzenplatz in der „Rangliste der dreckigsten Städte Deutschlands“ zu. Nun aber ist alles anders. Schaut man sich einmal die aktuellen Zahlen des Umweltbundesamtes an (und bereitet sie ein wenig auf), ergibt sich das folgende Bild:

Anzahl der Tage, an denen der zulässige PM10-Grenzwert von 50 µg/m³ überschritten wurde (das darf an höchstens 35 Tagen im Kalenderjahr geschehen; Angaben für das laufende Jahr mit Stand 09.11.2012)

Die Zahl der Grenzwert-Überschreitungen hat in Dresden tatsächlich drastisch abgenommen. Man fragt sich freilich: Warum eigentlich? – und darf gespannt sein auf die Antworten, die das Podium am 19.11.2012 findet. Hat es etwa in Dresden drastische Maßnahmen gegeben, die uns entgangen sind? Wurde eine Umweltzone eingeführt? Für den Feinstaub? Und keiner hatʼs gemerkt? Eine Vermutung zumindest liegt nahe: Es liegt schlicht am Wetter, denn so lässt sich auch der bundesweite Rückgang gut erklären. Nein, Dresden ist weit entfernt vom Feinstaub-Aktionismus. Vielmehr hat sich die Stadt darauf verlegt, auf gutes Wetter zu hoffen (wie schon im Artikel „Dicke Luft“ bemerkt) und ist damit gut gefahren – im Jahr 2012; mit dem Auto.

Eines bleibt verwunderlich an der gesamten Veranstaltung im Landhaus: Der einzige Vertreter auf dem Podium, der wirklich etwas gegen die Feinstaub-Emissionen in Dresden tut, ist der des ADFC. Was will der da? Sich erklären lassen, dass er sich die Mühe hätte sparen können?

Dieser Artikel wurde zuletzt am 11.11.2012 aktualisiert.
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3 Kommentare zu diesem Artikel

  1. Wie korrupt muss man als Vorsitzender des Deutschen Nationalkomitees für die UN-Dekade “Bildung für nachhaltige Entwicklung” sein um eine Stadt Dresden für “Nachhaltigkeit” auszuzeichnen die trotz jahrelanger Proteste mitten durch eine traumhaft schöne Kulturlandschaft vor 3 romantischen Schlössern eine vollkommen überdimensionierte Stadtautobahn baut, ein Welterbe zerstört und sich als dreckigste Feinstaubhauptstadt Deutschlands einen Namen gemacht hat?

    … schrieb Friedericke Faust am Dienstag, dem 13.11.2012, um 09:51 Uhr.

  2. @Friedericke: Das frage ich mich auch.

    … schrieb Stephan Reichel am Donnerstag, dem 22.11.2012, um 09:12 Uhr.

  3. @Friedericke: Dresden ist nicht die “dreckigste Feinstaubhauptstadt Deutschlands” – diese Behauptung beruht auf einer Fehlinformation:

    http://frankinformiert.wordpress.com/2011/09/28/eine-kurze-gegenrecherche-fur-die-sachsische-zeitung/

    … schrieb Frank am Montag, dem 26.11.2012, um 08:24 Uhr.